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Leere Kursräume, sinkende Anmeldezahlen und ein stetig wachsender Wettbewerbsdruck – viele AZAV-zertifizierte Bildungsträger stehen vor der Herausforderung, ihre Maßnahmen nachhaltig zu füllen. Während Online-Marketing die Grundlage für Sichtbarkeit und Reichweite bildet, rücken angesichts der Informationsflut und der zunehmenden Konkurrenz wieder klassische Akquise-Methoden in den Fokus. Denn am Ende des Tages ist die Teilnehmergewinnung vor allem eines: Beziehungsarbeit.

Dieser Leitfaden konzentriert sich auf konkrete, praxisnahe Akquise-Strategien, die über das reine Online-Marketing hinausgehen. Sie erfahren, wie Sie durch einen Mix aus direkter Ansprache, strategischem Networking und systematischen Follow-up-Prozessen eine verlässliche Pipeline an qualifizierten Teilnehmern aufbauen. Wir beleuchten, wie Sie die entscheidenden Beziehungen zu Jobcentern, Unternehmen und potenziellen Teilnehmern aufbauen und pflegen, um sich als vertrauenswürdiger Bildungspartner zu etablieren.

Die vorgestellten Strategien basieren auf bewährten Praxiserfahrungen erfolgreicher Bildungsträger und lassen sich unabhängig von der Größe Ihrer Einrichtung umsetzen. Ob Sie ein kleiner regionaler Anbieter oder ein überregional tätiger Träger sind – die Prinzipien der systematischen Teilnehmergewinnung bleiben dieselben.

Die 7 effektivsten Akquise-Strategien für Bildungsträger

Eine erfolgreiche Akquise-Strategie ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis eines systematischen Vorgehens. Sie kombiniert verschiedene Methoden, um potenzielle Teilnehmer in unterschiedlichen Phasen ihrer Entscheidungsfindung zu erreichen. Im Folgenden werden die sieben effektivsten Strategien vorgestellt, die sich in der Praxis für Bildungsträger bewährt haben.

1. Strategisches Netzwerk-Marketing: Beziehungen zu Jobcentern und Arbeitsagenturen

Die Zusammenarbeit mit den Vermittlungsfachkräften der Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit ist der mit Abstand wichtigste Hebel für die Teilnehmergewinnung im geförderten Bereich. Diese Fachkräfte sind die Gatekeeper, die über die Vergabe von Bildungsgutscheinen und AVGS entscheiden. Eine gute Beziehung, die auf Vertrauen und Verlässlichkeit basiert, ist hier Gold wert.

Der Aufbau dieser Beziehungen erfordert Zeit, Geduld und eine langfristige Perspektive. Es geht nicht darum, einmal vorbeizukommen und Flyer zu verteilen, sondern darum, sich als verlässlicher Partner zu etablieren, der qualitativ hochwertige Maßnahmen anbietet und nachweislich gute Vermittlungsergebnisse erzielt.

Maßnahme Beschreibung Frequenz
Persönlicher Erstkontakt Vereinbaren Sie Termine mit Teamleitern und Vermittlern. Stellen Sie sich und Ihr Angebot vor, fragen Sie nach aktuellen Bedarfen. Einmalig pro neuer Agentur, dann bei Personalwechsel
Regelmäßige Präsenz Besuchen Sie die Agenturen regelmäßig, bieten Sie an, an Team-Meetings teilzunehmen oder Workshops für Vermittler anzubieten. Monatlich bis quartalsweise
Infomaterial bereitstellen Stellen Sie aktuelle Flyer, Kursübersichten und Starttermine zur Verfügung. Halten Sie das Material immer aktuell. Bei jeder Änderung, mindestens quartalsweise
Gemeinsame Infoveranstaltungen Organisieren Sie gemeinsam mit der Agentur Infoveranstaltungen in deren Räumen für deren Kunden. 2-4 mal pro Jahr
Feedback-Schleifen Fragen Sie aktiv nach Feedback zu Ihren Absolventen und der Zusammenarbeit. Zeigen Sie Interesse an kontinuierlicher Verbesserung. Nach jedem Maßnahmenende

✅ Best Practice: Erstellen Sie einen „Vermittler-Newsletter“ mit Erfolgsgeschichten von Absolventen, aktuellen Startterminen und Informationen zu neuen Maßnahmen. Dies hält Sie im Gedächtnis und liefert den Vermittlern wertvolle Argumente für ihre Kunden. Versenden Sie diesen Newsletter alle 4-6 Wochen per E-Mail.

2. B2B-Akquise: Kooperationen mit Unternehmen

Unternehmen sind eine oft unterschätzte, aber extrem wertvolle Quelle für Teilnehmer. Eine strategische Partnerschaft mit Unternehmen aus Ihrer Region schafft eine Win-Win-Situation: Die Unternehmen erhalten qualifizierte Fachkräfte, und Sie sichern sich Praktikumsplätze und potenzielle Übernahmequoten für Ihre Absolventen.

Der Aufbau von B2B-Kooperationen erfordert eine andere Herangehensweise als die Teilnehmerakquise. Hier sprechen Sie mit Geschäftsführern, Personalverantwortlichen und Ausbildungsleitern – Menschen, die andere Prioritäten und Entscheidungskriterien haben. Ihr Mehrwert muss klar sein: Sie lösen ein konkretes Problem des Unternehmens, nämlich den Fachkräftemangel.

Effektive B2B-Strategien im Detail:

Praktikumsplätze als Türöffner: Bieten Sie Unternehmen aktiv an, Praktikanten aus Ihren Maßnahmen zu vermitteln. Dies ist für die Unternehmen oft eine kostengünstige Möglichkeit, potenzielle neue Mitarbeiter kennenzulernen. Erstellen Sie eine Datenbank mit Unternehmen, die regelmäßig Praktikanten aufnehmen, und pflegen Sie diese Kontakte systematisch. Ein monatlicher Anruf oder eine E-Mail mit aktuellen Kandidatenprofilen kann Wunder wirken.

Übernahmevereinbarungen: Entwickeln Sie Partnerschaften mit dem Ziel, dass Unternehmen Ihre Absolventen nach erfolgreichem Abschluss übernehmen. Eine hohe Übernahmequote ist ein starkes Qualitätsmerkmal und ein überzeugendes Argument gegenüber Jobcentern und Teilnehmern. Dokumentieren Sie diese Erfolge und nutzen Sie sie aktiv in Ihrer Kommunikation.

Inhouse-Schulungen: Bieten Sie maßgeschneiderte Weiterbildungen für die Belegschaft von Unternehmen an. Dies positioniert Sie als Experten und kann zu langfristigen Kooperationen führen. Auch wenn diese Schulungen nicht AZAV-gefördert sind, stärken sie Ihre Marke und öffnen Türen für weitere Zusammenarbeit.

Netzwerken bei IHK/HWK: Nutzen Sie Veranstaltungen von IHK, HWK und lokalen Wirtschaftsverbänden, um Kontakte zu Personalverantwortlichen zu knüpfen. Seien Sie aktiv in relevanten Arbeitskreisen (z.B. „Fachkräftesicherung“) und positionieren Sie sich als Lösungsanbieter.

📌 Praxis-Tipp: Erstellen Sie eine „Unternehmensbroschüre“, die speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten ist. Zeigen Sie auf, wie Ihre Maßnahmen zur Fachkräftesicherung beitragen, welche Qualifikationen Ihre Absolventen mitbringen und wie die Zusammenarbeit konkret aussieht. Nutzen Sie Testimonials von bestehenden Unternehmenspartnern.

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3. Event-Marketing: Vertrauen durch persönlichen Kontakt

In einer digitalen Welt gewinnt der persönliche Kontakt an Wert. Veranstaltungen sind eine hervorragende Möglichkeit, Vertrauen aufzubauen, Fragen direkt zu beantworten und potenzielle Teilnehmer von Ihrem Angebot zu überzeugen. Der große Vorteil: Sie können Einwände in Echtzeit entkräften und eine emotionale Verbindung aufbauen, die über digitale Kanäle schwer zu erreichen ist.

Events sind jedoch nur so erfolgreich wie die Vor- und Nachbereitung. Eine schlecht beworbene Veranstaltung mit mangelhaftem Follow-up ist verschwendete Zeit und Geld. Planen Sie daher jedes Event strategisch und setzen Sie klare Ziele.

Erfolgreiche Event-Formate im Detail:

Online-Infoabende: Regelmäßige, themenspezifische Webinare sind einfach zu organisieren und erreichen eine breite Zielgruppe. Stellen Sie eine bestimmte Maßnahme vor und bieten Sie eine ausführliche Q&A-Runde an. Wichtig: Halten Sie die Präsentation kurz (max. 20 Minuten) und lassen Sie viel Zeit für Fragen. Menschen wollen ihre spezifischen Anliegen besprechen, nicht nur eine Standardpräsentation hören.

Tag der offenen Tür: Geben Sie Interessenten die Möglichkeit, Ihre Räumlichkeiten kennenzulernen, mit Dozenten zu sprechen und einen Einblick in den Unterricht zu bekommen. Dies schafft Transparenz und baut Hemmschwellen ab. Bieten Sie „Schnupperunterricht“ an, bei dem Interessenten 30 Minuten lang an einer echten Unterrichtseinheit teilnehmen können. Dies ist besonders effektiv, um Ängste vor dem „Zurück in die Schule“ abzubauen.

Job- und Bildungsmessen: Präsentieren Sie sich auf relevanten Messen. Wichtig ist hier nicht nur ein ansprechender Stand, sondern auch ein proaktives Team, das auf die Besucher zugeht und qualifizierte Gespräche führt. Schulen Sie Ihr Standpersonal in Gesprächsführung und Einwandbehandlung. Ein gut vorbereitetes Team kann den Unterschied zwischen 10 und 100 qualifizierten Leads ausmachen.

Event-Phase Wichtige Maßnahmen Zeitrahmen
Vorbereitung Bewerbung über alle Kanäle (Website, Social Media, E-Mail, Jobcenter), Anmeldesystem einrichten, Materialien vorbereiten, Team briefen 4-6 Wochen vorher
Durchführung Kontaktdaten DSGVO-konform erfassen, qualifizierte Gespräche führen, Termine für Einzelberatungen vereinbaren, Fotos/Videos für Social Media Event-Tag
Follow-up Dankes-E-Mail mit Zusammenfassung und weiterführenden Infos, telefonische Nachfassaktion, Beratungstermine durchführen 24-48 Stunden nach Event

📌 Praxis-Tipp: Der wichtigste Teil einer Veranstaltung ist das Follow-up. Erfassen Sie die Kontaktdaten aller Teilnehmer (DSGVO-konform!) und starten Sie einen systematischen Nachfass-Prozess per E-Mail und Telefon innerhalb von 24-48 Stunden. Studien zeigen, dass die Conversion-Rate um bis zu 400% sinkt, wenn Sie länger als 48 Stunden warten.

4. Empfehlungsmarketing: Die Macht der Mundpropaganda

Zufriedene Kunden sind Ihre besten Verkäufer. Eine Empfehlung von einem Freund oder Bekannten ist glaubwürdiger als jede Werbeanzeige. Bauen Sie daher aktiv ein System auf, um Empfehlungen zu generieren. Empfehlungsmarketing ist nicht nur kosteneffizient, sondern liefert auch Leads mit einer deutlich höheren Conversion-Rate, da bereits ein Vertrauensvorschuss besteht.

Der Schlüssel liegt darin, Empfehlungen nicht dem Zufall zu überlassen, sondern aktiv zu fördern und zu systematisieren. Viele Bildungsträger verlassen sich darauf, dass zufriedene Teilnehmer „von selbst“ weiterempfehlen – doch in der Realität passiert das selten ohne einen gezielten Anstoß.

Strategien für Empfehlungsmarketing im Detail:

Teilnehmer-werben-Teilnehmer-Programme: Bieten Sie Ihren aktuellen oder ehemaligen Teilnehmern eine kleine Prämie (z.B. einen Amazon-Gutschein im Wert von 25-50 Euro) für jede erfolgreiche Empfehlung. Wichtig: Klären Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen mit Ihrem Steuerberater und der zuständigen Agentur, um nicht gegen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu verstoßen. Alternativ können Sie auch immaterielle Anreize schaffen, wie z.B. eine „Ehrung“ als „Botschafter des Monats“ oder bevorzugten Zugang zu Alumni-Events.

Alumni-Netzwerke: Bleiben Sie mit Ihren Absolventen in Kontakt. Ein aktives Alumni-Netzwerk auf Plattformen wie LinkedIn oder Xing kann eine wertvolle Quelle für neue Teilnehmer und Unternehmenskooperationen sein. Organisieren Sie regelmäßige Alumni-Treffen (online oder offline), bei denen sich ehemalige Teilnehmer austauschen können. Dies stärkt nicht nur die Bindung, sondern sorgt auch dafür, dass Ihr Bildungsträger im Gedächtnis bleibt.

Bewertungen aktiv einholen: Bitten Sie zufriedene Absolventen systematisch um eine Bewertung auf Google, KURSNET oder Ihrer eigenen Website. Positive Bewertungen sind ein entscheidender Faktor im Entscheidungsprozess neuer Interessenten. Automatisieren Sie diesen Prozess: Versenden Sie 2-4 Wochen nach Maßnahmenende eine freundliche E-Mail mit der Bitte um Feedback und einem direkten Link zur Bewertungsplattform. Eine Bewertungsquote von 10-20% ist realistisch.

✅ Best Practice: Erstellen Sie Video-Testimonials von erfolgreichen Absolventen. Fragen Sie Teilnehmer, die eine Anstellung gefunden haben, ob sie bereit wären, in einem kurzen 2-3-minütigen Video ihre Erfahrungen zu teilen. Diese Videos sind extrem wirkungsvoll und können auf Ihrer Website, in Social Media und bei Infoveranstaltungen eingesetzt werden.

5. Direkte Akquise: Gezielte Ansprache potenzieller Teilnehmer

Die direkte Ansprache von potenziellen Teilnehmern kann sehr effektiv sein, erfordert aber Fingerspitzengefühl und eine gute Vorbereitung. Im B2C-Bereich (Ansprache von Privatpersonen) sind die rechtlichen Hürden hoch, insbesondere bei der Kaltakquise. Dennoch gibt es legale und effektive Wege der Direktakquise.

Der Schlüssel liegt in der Unterscheidung zwischen Kalt- und Warmakquise. Während Kaltakquise (Ansprache ohne vorherigen Kontakt) rechtlich problematisch und oft wenig erfolgreich ist, bietet Warmakquise (Ansprache von Personen, die bereits Interesse gezeigt haben) enormes Potenzial.

Methoden der Direktakquise im Detail:

Warmakquise – die effektivste Form: Kontaktieren Sie systematisch alle Personen, die bereits Interesse gezeigt haben. Dazu gehören Personen, die ein E-Book heruntergeladen, eine Anfrage per E-Mail gestellt, an einem Webinar teilgenommen oder Ihre Website besucht haben (Retargeting). Hier haben Sie einen klaren Anknüpfungspunkt und die rechtliche Grundlage für eine Kontaktaufnahme. Entwickeln Sie für jede Interessentengruppe ein spezifisches Gesprächsskript.

Telefonakquise: Kaltakquise per Telefon ist im B2C-Bereich nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung erlaubt (§ 7 UWG). Im B2B-Bereich (Ansprache von Unternehmen) ist sie unter bestimmten Umständen möglich, wenn eine mutmaßliche Einwilligung angenommen werden kann. Konzentrieren Sie sich daher auf Warmakquise: Rufen Sie Personen an, die ein Kontaktformular ausgefüllt oder an einer Veranstaltung teilgenommen haben. Ein gut geschulter Mitarbeiter kann hier Conversion-Raten von 20-30% erreichen.

Social Media Akquise: Nutzen Sie Plattformen wie LinkedIn, um gezielt Personen mit passenden Profilen anzusprechen (z.B. Personen, die in ihrem Profil „arbeitssuchend“ oder „offen für neue Möglichkeiten“ angegeben haben). Auch hier gilt: Bieten Sie zuerst Mehrwert (z.B. einen hilfreichen Artikel, eine Checkliste), bevor Sie Ihr Angebot präsentieren. Der Aufbau einer Beziehung steht im Vordergrund, nicht der sofortige Verkauf.

⚠️ Häufiger Fehler: Viele Bildungsträger geben nach dem ersten Kontaktversuch auf. Studien zeigen, dass oft 5-8 Kontaktpunkte („Touchpoints“) notwendig sind, bis ein Interessent eine Entscheidung trifft. Ein systematischer Follow-up-Prozess ist daher entscheidend. Nutzen Sie einen Mix aus E-Mail, Telefon und Social Media, um „am Ball zu bleiben“, ohne aufdringlich zu wirken.

6. Lokale Präsenz und Community-Building

Gerade für Bildungsträger mit einem festen Standort ist die lokale Verankerung ein wichtiger Erfolgsfaktor. Werden Sie Teil der lokalen Gemeinschaft und machen Sie sich als relevanter Akteur im Bereich Bildung und Arbeit bekannt. Lokale Präsenz schafft Vertrauen und macht Sie zur ersten Anlaufstelle, wenn jemand aus Ihrer Region eine Weiterbildung sucht.

Community-Building bedeutet, aktiv Beziehungen in Ihrer lokalen Umgebung aufzubauen und zu pflegen. Dies geht über reine Werbung hinaus – es geht darum, ein Teil des sozialen Gefüges zu werden.

Maßnahmen für lokale Sichtbarkeit im Detail:

Kooperationen mit lokalen Medien: Platzieren Sie Pressemitteilungen über erfolgreiche Projekte, neue Maßnahmen oder besondere Erfolgsgeschichten in der lokalen Presse. Bieten Sie sich als Experte für Interviews zu Themen wie Fachkräftemangel, Weiterbildungstrends oder Arbeitsmarktentwicklung an. Lokale Zeitungen und Radiosender suchen ständig nach lokalen Geschichten und Experten.

Engagement vor Ort: Sponsern Sie lokale Sportvereine, nehmen Sie an Stadtfesten teil, oder organisieren Sie kostenlose Workshops zu Themen wie „Bewerbungstraining“ oder „Berufliche Neuorientierung“. Seien Sie dort präsent, wo Ihre Zielgruppe ist. Dies schafft nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch Sympathie und Vertrauen.

Google My Business optimieren: Ein vollständig optimiertes und gepflegtes Google My Business Profil ist für die lokale Suche unerlässlich. Stellen Sie sicher, dass alle Informationen aktuell sind, laden Sie regelmäßig Fotos hoch, beantworten Sie Bewertungen und posten Sie Updates zu neuen Kursen oder Veranstaltungen. Ein gut gepflegtes GMB-Profil kann Ihre Sichtbarkeit in der lokalen Suche erheblich steigern.

Lokale Social Media Strategie: Nutzen Sie Facebook-Gruppen Ihrer Stadt oder Region, um auf Ihre Angebote aufmerksam zu machen (achten Sie auf die Gruppenregeln!). Teilen Sie lokale Erfolgsgeschichten und Veranstaltungen auf Instagram mit lokalen Hashtags. Dies erhöht Ihre Reichweite in Ihrer unmittelbaren Umgebung.

💡 Wichtig zu wissen: Lokale Präsenz ist ein Marathon, kein Sprint. Die Effekte zeigen sich oft erst nach Monaten oder Jahren. Aber wenn Sie einmal als „der Bildungsträger“ in Ihrer Region etabliert sind, haben Sie einen enormen Wettbewerbsvorteil, der schwer zu kopieren ist.

7. Content als Akquise-Instrument

Auch wenn Content Marketing oft dem Online-Marketing zugeordnet wird, ist es ein mächtiges Instrument für die direkte Akquise. Hochwertige Inhalte positionieren Sie als Experten und schaffen Anknüpfungspunkte für Gespräche. Content ist der Köder, der Interessenten anzieht und Ihnen die Möglichkeit gibt, eine Beziehung aufzubauen.

Der Unterschied zwischen Content Marketing und Content-basierter Akquise liegt im Fokus: Während Content Marketing auf langfristige Sichtbarkeit und Markenaufbau abzielt, nutzen Sie Content in der Akquise gezielt, um Leads zu generieren und diese in Kunden zu verwandeln.

Content-basierte Akquise im Detail:

Lead Magnets: Erstellen Sie wertvolle Checklisten, Leitfäden oder E-Books (z.B. „Checkliste: Bin ich bereit für eine Umschulung?“, „Leitfaden: So beantragen Sie einen Bildungsgutschein“), die Interessenten im Tausch gegen ihre E-Mail-Adresse herunterladen können. Diese Leads können Sie dann systematisch nachfassen. Ein guter Lead Magnet sollte ein konkretes Problem lösen und einen klaren Mehrwert bieten.

Webinare als Lead-Generierung: Nutzen Sie Webinare nicht nur zur Informationsvermittlung, sondern auch zur Lead-Generierung. Bieten Sie am Ende des Webinars ein exklusives Beratungsangebot für die Teilnehmer an („Die ersten 10 Anrufer erhalten eine kostenlose Potenzialanalyse“). Die Teilnahme an einem Webinar ist bereits ein starkes Kaufsignal – nutzen Sie diese Gelegenheit.

Fachartikel als Gesprächsaufhänger: Teilen Sie Ihre Fachartikel auf LinkedIn und nutzen Sie diese als Gesprächsaufhänger, um mit potenziellen Teilnehmern oder Unternehmenspartnern in Kontakt zu treten. Wenn jemand Ihren Artikel kommentiert oder teilt, haben Sie einen perfekten Anlass für eine persönliche Nachricht.

Gesprächsführung und Conversion: Vom Kontakt zur Anmeldung

Eine erfolgreiche Akquise-Strategie bringt Ihnen Leads – doch wie verwandeln Sie diese in tatsächliche Teilnehmer? Die Qualität der Gesprächsführung im Erstkontakt und im Beratungsgespräch ist hier entscheidend. Viele Bildungsträger verlieren potenzielle Teilnehmer nicht, weil ihr Angebot schlecht ist, sondern weil die Gesprächsführung unprofessionell ist oder wichtige Schritte im Conversion-Prozess fehlen.

Das Erstkontakt-Gespräch: Der erste Eindruck zählt

Das Ziel des ersten Gesprächs ist nicht der direkte Verkauf, sondern die Qualifizierung des Leads und die Vereinbarung eines Beratungstermins. Viele Bildungsträger machen den Fehler, im ersten Gespräch bereits alle Details zu klären und eine Anmeldung zu forcieren. Das führt oft zu Überforderung und Ablehnung.

Nutzen Sie stattdessen das AIDA-Modell als Leitfaden für Ihre Gesprächsführung:

AIDA-Phase Ziel Beispiel-Formulierung
Attention (Aufmerksamkeit) Einen klaren Bezugspunkt herstellen und Interesse wecken „Guten Tag Herr Müller, Sie hatten sich auf unserer Website die Checkliste zur Umschulung heruntergeladen. Ich wollte kurz nachfragen, ob ich Ihnen bei Fragen weiterhelfen kann?“
Interest (Interesse) Die Situation und Bedürfnisse des Interessenten verstehen „Was genau hat Sie an dem Thema Umschulung interessiert? Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie?“
Desire (Wunsch) Aufzeigen, wie Ihr Angebot die Ziele des Interessenten erreichen kann „Basierend auf dem, was Sie mir erzählt haben, könnte unsere Umschulung zum Fachinformatiker genau das Richtige für Sie sein. Viele unserer Absolventen waren in einer ähnlichen Situation und haben nach der Umschulung eine Festanstellung gefunden.“
Action (Handlung) Vereinbarung eines Beratungstermins „Ich würde Ihnen gerne in einem persönlichen Beratungsgespräch alle Details erklären und schauen, ob die Maßnahme wirklich zu Ihnen passt. Hätten Sie diese Woche noch Zeit für ein 30-minütiges Gespräch?“

✅ Best Practice: Entwickeln Sie für jede Zielgruppe (z.B. Arbeitssuchende, Berufstätige, Quereinsteiger) ein spezifisches Gesprächsskript. Schulen Sie Ihr Team regelmäßig in Gesprächsführung und führen Sie Rollenspiele durch, um typische Situationen zu üben.

Das Beratungsgespräch: Vertrauen aufbauen und überzeugen

Im Beratungsgespräch geht es darum, eine Vertrauensbasis zu schaffen und den Interessenten davon zu überzeugen, dass Sie der richtige Partner sind. Ein gutes Beratungsgespräch fühlt sich nicht wie ein Verkaufsgespräch an, sondern wie eine echte Beratung, bei der die Bedürfnisse des Interessenten im Mittelpunkt stehen.

Schlüsselelemente eines erfolgreichen Beratungsgesprächs:

1. Bedarfsanalyse: Gehen Sie tief auf die individuelle Situation, die Wünsche und die Ängste des Interessenten ein. Stellen Sie offene Fragen: „Was würde sich für Sie durch die Weiterbildung verändern?“, „Was sind Ihre größten Bedenken?“, „Was ist Ihnen bei einem Bildungsträger besonders wichtig?“. Je besser Sie die Situation verstehen, desto gezielter können Sie Ihr Angebot präsentieren.

2. Lösungsorientierte Präsentation: Präsentieren Sie nicht einfach nur Ihre Maßnahmen, sondern zeigen Sie auf, wie diese die spezifischen Probleme des Interessenten lösen. Nutzen Sie Erfolgsgeschichten von ähnlichen Teilnehmern: „Wir hatten kürzlich einen Teilnehmer in einer sehr ähnlichen Situation. Nach der Umschulung hat er eine Stelle bei einem mittelständischen IT-Unternehmen gefunden.“

3. Einwandbehandlung: Nehmen Sie Einwände ernst und entkräften Sie diese mit Fakten und Empathie. Typische Einwände sind: „Das ist zu teuer“ (Antwort: Erklären Sie die Fördermöglichkeiten), „Ich bin zu alt“ (Antwort: Zeigen Sie Beispiele von älteren Absolventen), „Ich habe keine Zeit“ (Antwort: Erklären Sie flexible Modelle oder Teilzeit-Optionen).

4. Klare nächste Schritte: Beenden Sie das Gespräch immer mit einer klaren Vereinbarung über die nächsten Schritte. Vermeiden Sie vage Formulierungen wie „Melden Sie sich, wenn Sie Interesse haben“. Besser: „Ich sende Ihnen heute noch die Unterlagen zu. Können wir am Freitag um 14 Uhr kurz telefonieren, um offene Fragen zu klären?“

📌 Praxis-Tipp: Nutzen Sie ein CRM-System, um alle Gespräche zu dokumentieren. Notieren Sie die wichtigsten Punkte, Einwände und vereinbarte nächste Schritte. Dies ermöglicht es Ihnen, im Follow-up gezielt auf die Bedürfnisse des Interessenten einzugehen und zeigt Professionalität.

Systematisches Follow-up: Der Schlüssel zum Erfolg

Die meisten Verkäufe passieren nicht beim ersten Kontakt. Studien zeigen, dass durchschnittlich 5-8 Kontaktpunkte notwendig sind, bis ein Interessent eine Kaufentscheidung trifft. Dennoch geben viele Bildungsträger nach dem ersten oder zweiten Versuch auf. Ein systematischer Follow-up-Prozess ist daher der Unterschied zwischen durchschnittlichen und herausragenden Akquise-Ergebnissen.

Die Grundprinzipien des Follow-up

1. Timing ist entscheidend: Der erste Follow-up sollte innerhalb von 24-48 Stunden nach dem Erstkontakt erfolgen. Je länger Sie warten, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Conversion. Entwickeln Sie einen festen Zeitplan für Ihre Follow-ups (z.B. Tag 1, Tag 3, Tag 7, Tag 14, Tag 30).

2. Multi-Channel-Ansatz: Nutzen Sie verschiedene Kommunikationskanäle (E-Mail, Telefon, SMS, WhatsApp, LinkedIn), um Ihre Chancen zu erhöhen. Manche Menschen reagieren besser auf E-Mails, andere bevorzugen einen Anruf. Testen Sie, welcher Kanal bei welcher Zielgruppe am besten funktioniert.

3. Mehrwert in jedem Kontakt: Jeder Follow-up sollte einen Mehrwert bieten, nicht nur eine Erinnerung sein. Senden Sie z.B. einen hilfreichen Artikel, eine Erfolgsgeschichte oder Informationen zu Fördermöglichkeiten. Dies zeigt, dass Sie sich um die Bedürfnisse des Interessenten kümmern, nicht nur um den Verkauf.

4. Persistenz ohne Aufdringlichkeit: Seien Sie beharrlich, aber respektvoll. Wenn ein Interessent klar signalisiert, dass er kein Interesse hat, akzeptieren Sie das. Bieten Sie an, ihn in Ihre Newsletter-Liste aufzunehmen, sodass er informiert bleibt, falls sich seine Situation ändert.

Follow-up Timing Kanal Inhalt/Ziel
1. Follow-up 24 Stunden E-Mail Dank für das Gespräch, Zusammenfassung der besprochenen Punkte, Zusendung versprochener Unterlagen
2. Follow-up 3 Tage Telefon Nachfragen, ob Unterlagen angekommen sind, Klärung offener Fragen, Terminvereinbarung für Beratungsgespräch
3. Follow-up 7 Tage E-Mail Zusendung einer Erfolgsgeschichte eines ähnlichen Teilnehmers, Hinweis auf bevorstehenden Infoabend
4. Follow-up 14 Tage Telefon Erneute Nachfrage, Angebot einer persönlichen Beratung, Klärung von Bedenken
5. Follow-up 30 Tage E-Mail Information über neue Starttermine, Einladung zu einem Schnuppertag, letzter Kontaktversuch vor Überführung in Newsletter-Liste

⚠️ Häufiger Fehler: Viele Bildungsträger haben keinen systematischen Follow-up-Prozess. Leads werden manuell nachverfolgt, was zu Inkonsistenz und vergessenen Kontakten führt. Investieren Sie in ein CRM-System, das automatische Erinnerungen und Follow-up-Workflows ermöglicht.

Lead-Nurturing: Langfristige Beziehungen aufbauen

Nicht jeder Lead ist sofort bereit für eine Anmeldung. Manche Interessenten befinden sich noch in der Orientierungsphase, andere müssen erst finanzielle oder persönliche Hürden überwinden. Lead-Nurturing bedeutet, diese Interessenten über einen längeren Zeitraum mit wertvollen Informationen zu versorgen, um sie „warm zu halten“, bis sie bereit für eine Entscheidung sind.

Strategien für effektives Lead-Nurturing:

Drip-Kampagnen: Entwickeln Sie automatisierte E-Mail-Sequenzen, die über mehrere Wochen hinweg wertvolle Inhalte liefern. Beispiel: Eine 6-teilige E-Mail-Serie „Ihr Weg zur erfolgreichen Umschulung“ mit Themen wie „Ist eine Umschulung das Richtige für mich?“, „So beantragen Sie einen Bildungsgutschein“, „Erfolgsgeschichten unserer Absolventen“ etc.

Segmentierung: Nicht alle Leads sind gleich. Segmentieren Sie Ihre Leads nach Interessen, Maßnahmentyp oder Phase im Entscheidungsprozess und senden Sie entsprechend personalisierte Inhalte. Ein Interessent für eine IT-Umschulung hat andere Bedürfnisse als jemand, der sich für ein Coaching interessiert.

Regelmäßiger Newsletter: Ein monatlicher Newsletter mit aktuellen Themen, Erfolgsgeschichten, Tipps zur Jobsuche und Informationen zu neuen Maßnahmen hält Sie im Gedächtnis Ihrer Leads. Wichtig: Der Newsletter sollte nicht rein werblich sein, sondern echten Mehrwert bieten.

KPIs und Erfolgsmessung: Machen Sie Ihren Akquise-Erfolg messbar

Akquise sollte kein Blindflug sein. Definieren Sie klare Kennzahlen (KPIs), um den Erfolg Ihrer Strategien zu messen und kontinuierlich zu optimieren. Was nicht gemessen wird, kann nicht verbessert werden. Ein datengetriebener Ansatz ermöglicht es Ihnen, Ihre Ressourcen auf die effektivsten Kanäle und Strategien zu konzentrieren.

Die wichtigsten Akquise-KPIs

KPI Beschreibung Zielwert (Richtwert)
Anzahl Erstkontakte pro Kanal Wie viele Leads generieren Sie über Jobcenter, Website, Messen, Empfehlungen etc.? Abhängig von Ihrer Größe; tracken Sie die Entwicklung über Zeit
Conversion Rate (Kontakt → Beratung) Wie viele Erstkontakte führen zu einem Beratungsgespräch? 40-60% (bei qualifizierten Leads)
Conversion Rate (Beratung → Anmeldung) Wie viele Beratungsgespräche führen zu einer Anmeldung? 30-50% (bei guter Beratungsqualität)
Cost per Acquisition (CPA) Was kostet Sie die Gewinnung eines Teilnehmers? (Gesamte Akquise-Kosten / Anzahl der Anmeldungen) Sollte deutlich unter dem durchschnittlichen Umsatz pro Teilnehmer liegen
Lead-Qualität Wie hoch ist der Anteil an qualifizierten Leads, die tatsächlich für eine Förderung in Frage kommen? 60-80% (höher ist besser)
Time to Conversion Wie lange dauert es durchschnittlich vom Erstkontakt bis zur Anmeldung? 14-30 Tage (je kürzer, desto besser)
Empfehlungsrate Wie viele Ihrer Teilnehmer kommen über Empfehlungen? 15-25% (zeigt hohe Zufriedenheit)
Follow-up-Erfolgsrate Wie viele Leads, die zunächst abgelehnt haben, melden sich nach Follow-up doch noch an? 10-20% (zeigt Wert des Follow-up)

💡 Wichtig zu wissen: Ein professionelles CRM-System (Customer Relationship Management) ist unerlässlich, um diese KPIs systematisch zu erfassen und den Überblick über alle Kontakte und Aktivitäten zu behalten. Beliebte CRM-Systeme für Bildungsträger sind HubSpot, Salesforce oder spezialisierte Lösungen wie Semestra.

Tracking und kontinuierliche Optimierung

Die Erfassung von KPIs ist nur der erste Schritt. Der eigentliche Wert liegt in der Analyse und der daraus abgeleiteten Optimierung. Führen Sie regelmäßige (monatliche oder quartalsweise) Akquise-Reviews durch, bei denen Sie folgende Fragen beantworten:

Welche Kanäle liefern die meisten und qualifiziertesten Leads? Konzentrieren Sie Ihre Ressourcen auf die effektivsten Kanäle. Wenn z.B. Empfehlungen eine deutlich höhere Conversion-Rate haben als Messen, sollten Sie mehr in Empfehlungsprogramme investieren.

Wo verlieren Sie die meisten Leads im Funnel? Wenn viele Leads nach dem Erstkontakt abspringen, liegt das Problem möglicherweise in der Qualität des ersten Gesprächs. Wenn viele nach dem Beratungsgespräch nicht anmelden, müssen Sie Ihre Beratungsqualität verbessern.

Welche Mitarbeiter haben die höchsten Conversion-Raten? Analysieren Sie, was erfolgreiche Mitarbeiter anders machen, und schulen Sie das gesamte Team entsprechend.

Welche Maßnahmen sind am einfachsten zu verkaufen? Manche Maßnahmen haben eine natürlich höhere Nachfrage. Nutzen Sie diese als „Einstiegsprodukte“ und bieten Sie später Upselling oder Cross-Selling an.

Optimieren Sie Ihre Akquise-Strategie mit professioneller Unterstützung

Lassen Sie uns gemeinsam Ihre individuellen Herausforderungen analysieren und eine maßgeschneiderte Akquise-Strategie entwickeln.


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Häufige Fehler vermeiden: Was erfolgreiche Bildungsträger anders machen

Auf dem Weg zur erfolgreichen Teilnehmergewinnung gibt es zahlreiche Stolpersteine. Viele Bildungsträger machen immer wieder dieselben Fehler, die sie wertvolle Leads und letztlich Teilnehmer kosten. Im Folgenden werden die häufigsten Fehler und die entsprechenden Best Practices vorgestellt.

Häufiger Fehler Warum ist das problematisch? Best Practice
Keine systematische Nachverfolgung Leads werden nicht konsequent nachgefasst, wodurch potenzielle Teilnehmer verloren gehen. Implementieren Sie einen festen Follow-up-Prozess mit definierten Zeitpunkten und Verantwortlichkeiten. Nutzen Sie ein CRM-System.
Zu aggressive Verkaufstaktiken Druck erzeugt Widerstand. Interessenten fühlen sich überrumpelt und ziehen sich zurück. Setzen Sie auf Beziehungsaufbau statt auf harten Verkauf. Bieten Sie echte Beratung und lassen Sie dem Interessenten Zeit für seine Entscheidung.
Fehlende Personalisierung Standardisierte Massenmails und Gespräche ohne Bezug zur individuellen Situation wirken unpersönlich. Segmentieren Sie Ihre Leads und personalisieren Sie Ihre Kommunikation. Beziehen Sie sich auf vorherige Gespräche und die spezifische Situation des Interessenten.
Kein klarer USP kommuniziert Wenn Sie nicht klar machen, was Sie von anderen Bildungsträgern unterscheidet, haben Interessenten keinen Grund, sich für Sie zu entscheiden. Definieren Sie Ihren Unique Selling Proposition (USP) klar und kommunizieren Sie ihn in jedem Kontaktpunkt. Was macht Sie besonders? (z.B. hohe Vermittlungsquote, moderne Ausstattung, erfahrene Dozenten)
Zu lange Reaktionszeiten Wenn Sie 3 Tage brauchen, um auf eine Anfrage zu reagieren, hat der Interessent sich möglicherweise schon für einen Wettbewerber entschieden. Reagieren Sie innerhalb von 24 Stunden auf alle Anfragen. Richten Sie klare Verantwortlichkeiten ein und nutzen Sie automatische Bestätigungsmails.
Fehlende Erfolgsmessung Ohne Tracking wissen Sie nicht, welche Strategien funktionieren und welche nicht. Sie optimieren im Blindflug. Definieren Sie klare KPIs und tracken Sie diese systematisch. Führen Sie regelmäßige Reviews durch und optimieren Sie basierend auf Daten.
Vernachlässigung bestehender Kontakte Viele Bildungsträger fokussieren sich nur auf Neukunden und vergessen, dass ehemalige Teilnehmer und bestehende Kontakte wertvolle Quellen für neue Teilnehmer sind. Pflegen Sie Ihr Alumni-Netzwerk, bleiben Sie mit ehemaligen Teilnehmern in Kontakt und aktivieren Sie Ihr Empfehlungsprogramm.

Checkliste: Ihre Akquise-Strategie auf einen Blick

Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihre aktuelle Akquise-Strategie zu überprüfen und Optimierungspotenziale zu identifizieren:

✓ Strategische Grundlagen

☐ Wir haben eine klar definierte Akquise-Strategie mit messbaren Zielen

☐ Unser USP (Alleinstellungsmerkmal) ist klar definiert und wird konsequent kommuniziert

☐ Wir haben ein Budget für Akquise-Maßnahmen festgelegt

☐ Wir nutzen ein CRM-System zur Verwaltung aller Kontakte und Aktivitäten

✓ Netzwerk & Beziehungen

☐ Wir haben persönliche Kontakte zu Vermittlern in Jobcentern und Arbeitsagenturen

☐ Wir besuchen Jobcenter und Agenturen regelmäßig (mindestens quartalsweise)

☐ Wir haben aktive Kooperationen mit mindestens 5 Unternehmen

☐ Wir sind Mitglied in relevanten Netzwerken (IHK, HWK, Wirtschaftsverbände)

☐ Wir pflegen ein aktives Alumni-Netzwerk

✓ Events & Veranstaltungen

☐ Wir führen regelmäßig (mindestens monatlich) Infoabende durch

☐ Wir haben einen systematischen Prozess für die Vor- und Nachbereitung von Events

☐ Wir erfassen bei jedem Event DSGVO-konform die Kontaktdaten aller Teilnehmer

☐ Wir führen innerhalb von 48 Stunden nach jedem Event ein Follow-up durch

✓ Gesprächsführung & Conversion

☐ Unser Team ist in professioneller Gesprächsführung geschult

☐ Wir haben Gesprächsleitfäden für Erstkontakt und Beratungsgespräche

☐ Wir dokumentieren alle Gespräche systematisch im CRM

☐ Wir messen unsere Conversion-Raten (Kontakt → Beratung → Anmeldung)

☐ Wir führen regelmäßig Rollenspiele und Trainings zur Einwandbehandlung durch

✓ Follow-up & Lead-Nurturing

☐ Wir haben einen definierten Follow-up-Prozess mit festen Zeitpunkten

☐ Wir nutzen verschiedene Kanäle (E-Mail, Telefon, Social Media) für das Follow-up

☐ Jeder Follow-up bietet einen Mehrwert (nicht nur Erinnerungen)

☐ Wir haben automatisierte E-Mail-Sequenzen (Drip-Kampagnen) eingerichtet

☐ Wir versenden einen regelmäßigen Newsletter an alle Leads

✓ Empfehlungsmarketing

☐ Wir haben ein aktives Empfehlungsprogramm

☐ Wir bitten systematisch um Bewertungen auf Google und KURSNET

☐ Wir haben Video-Testimonials von zufriedenen Absolventen

☐ Wir tracken, wie viele Teilnehmer über Empfehlungen kommen

✓ Erfolgsmessung & Optimierung

☐ Wir tracken alle wichtigen KPIs (Anzahl Leads, Conversion-Raten, CPA etc.)

☐ Wir führen monatliche oder quartalsweise Akquise-Reviews durch

☐ Wir testen regelmäßig neue Akquise-Kanäle und -Methoden

☐ Wir optimieren kontinuierlich basierend auf Daten und Feedback

Fazit: Systematik und Beziehungsarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Die systematische Teilnehmergewinnung ist kein Hexenwerk, sondern das Ergebnis einer durchdachten Strategie, konsequenter Umsetzung und vor allem: exzellenter Beziehungsarbeit. Der Schlüssel liegt in der Kombination verschiedener Akquise-Kanäle und der Fähigkeit, im richtigen Moment den richtigen Impuls zu setzen.

Sehen Sie jeden Kontakt – sei es mit einem Vermittler im Jobcenter, einem Personalverantwortlichen im Unternehmen oder einem potenziellen Teilnehmer – als Chance, eine langfristige, vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Denn in einem Markt, in dem Angebote immer vergleichbarer werden, ist Vertrauen die härteste Währung.

Investieren Sie in den Aufbau Ihres Netzwerks, professionalisieren Sie Ihre Gesprächsführung und implementieren Sie einen systematischen Follow-up-Prozess. Messen Sie Ihre Erfolge anhand klarer KPIs und optimieren Sie kontinuierlich. Der Erfolg in Form von gefüllten Kursen wird die logische Konsequenz sein.

Denken Sie daran: Akquise ist ein Marathon, kein Sprint. Die Bildungsträger, die langfristig erfolgreich sind, sind diejenigen, die konsequent und systematisch an ihrer Teilnehmergewinnung arbeiten – Tag für Tag, Monat für Monat. Fangen Sie heute an, und Sie werden die Früchte Ihrer Arbeit schon bald ernten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Kontaktversuche sollte ich unternehmen, bevor ich einen Lead aufgebe?

Studien zeigen, dass durchschnittlich 5-8 Kontaktpunkte notwendig sind, bis ein Interessent eine Entscheidung trifft. Geben Sie nicht nach dem ersten oder zweiten Versuch auf. Entwickeln Sie einen systematischen Follow-up-Prozess über mindestens 30 Tage. Wenn nach 5-6 Kontaktversuchen keine Reaktion erfolgt, können Sie den Lead in Ihre Newsletter-Liste überführen, um langfristig im Kontakt zu bleiben.

Welcher Akquise-Kanal ist für Bildungsträger am effektivsten?

Das hängt stark von Ihrer Zielgruppe und Ihrem Angebot ab. Für AZAV-geförderte Maßnahmen ist die Zusammenarbeit mit Jobcentern und Arbeitsagenturen in der Regel der wichtigste Kanal. Empfehlungsmarketing hat oft die höchste Conversion-Rate, liefert aber in absoluten Zahlen meist weniger Leads. Der beste Ansatz ist ein Mix aus verschiedenen Kanälen. Messen Sie die Performance jedes Kanals und investieren Sie mehr in die erfolgreichsten.

Brauche ich wirklich ein CRM-System oder reicht eine Excel-Tabelle?

Für die ersten 10-20 Leads mag eine Excel-Tabelle ausreichen. Sobald Sie aber mehr als 50 aktive Leads haben, wird es schnell unübersichtlich und fehleranfällig. Ein CRM-System bietet automatische Erinnerungen, Follow-up-Workflows, Reporting und die Möglichkeit, dass mehrere Teammitglieder zusammenarbeiten. Die Investition (viele CRM-Systeme bieten kostenlose Versionen für kleine Teams) zahlt sich durch höhere Conversion-Raten und Zeitersparnis schnell aus.

Wie baue ich eine gute Beziehung zu Jobcenter-Vermittlern auf?

Der Schlüssel ist Verlässlichkeit und Mehrwert. Seien Sie ein Partner, nicht nur ein Anbieter. Liefern Sie qualitativ hochwertige Maßnahmen mit guten Vermittlungsergebnissen. Kommunizieren Sie proaktiv (z.B. bei Problemen mit Teilnehmern), halten Sie Ihre Versprechen ein und bieten Sie Mehrwert (z.B. kostenlose Workshops für Vermittler, regelmäßige Updates zu Arbeitsmarkttrends). Persönliche Präsenz ist wichtig – besuchen Sie die Agenturen regelmäßig und bauen Sie persönliche Beziehungen auf.

Wie kann ich die Qualität meiner Leads verbessern?

Lead-Qualität beginnt bei der Ansprache. Je spezifischer Ihre Kommunikation, desto qualifizierter die Leads. Statt allgemein für „Weiterbildungen“ zu werben, sprechen Sie gezielt spezifische Zielgruppen an (z.B. „Umschulung zum Fachinformatiker für Quereinsteiger“). Nutzen Sie Qualifizierungsfragen in Ihren Kontaktformularen (z.B. „Haben Sie bereits einen Bildungsgutschein?“ oder „In welchem Bereich möchten Sie sich weiterbilden?“). Dies filtert unqualifizierte Anfragen heraus und spart Zeit.

Was ist ein realistischer Cost per Acquisition (CPA) für Bildungsträger?

Der CPA variiert stark je nach Maßnahmentyp, Region und Akquise-Kanal. Als Faustregel gilt: Der CPA sollte deutlich unter 10% des durchschnittlichen Umsatzes pro Teilnehmer liegen. Für eine Maßnahme, die Ihnen 5.000 Euro Umsatz bringt, wäre ein CPA von 500 Euro oder weniger ideal. Empfehlungen haben oft einen CPA von unter 100 Euro, während bezahlte Werbung schnell 300-500 Euro pro Teilnehmer kosten kann. Wichtig ist, dass Sie Ihren CPA kontinuierlich tracken und optimieren.

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