Lesedauer: ca. 18 Minuten | Zuletzt aktualisiert: Februar 2026
Für AZAV-zertifizierte Bildungsträger sind der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) und der Bildungsgutschein die zentralen Instrumente der staatlich geförderten Weiterbildung. Doch obwohl beide oft in einem Atemzug genannt werden, bedienen sie fundamental unterschiedliche Ziele, Zielgruppen und Geschäftsmodelle. Ein tiefes strategisches Verständnis beider Instrumente ist entscheidend, um als Bildungsträger nachhaltig erfolgreich zu sein, das eigene Portfolio zu diversifizieren und konjunkturelle Risiken zu minimieren.
Dieser Leitfaden bietet eine umfassende strategische Analyse beider Förderinstrumente. Wir beleuchten die genauen Unterschiede, analysieren Marktpotenziale, vergleichen Vergütungsmodelle und Zertifizierungsanforderungen und zeigen konkrete Erfolgsstrategien auf. Ziel ist es, Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu liefern, ob Sie sich auf eines der Instrumente spezialisieren, beide kombinieren oder Ihr bestehendes Angebot optimieren sollten.
Das Wichtigste in Kürze: AVGS vs. Bildungsgutschein
- AVGS (§ 45 SGB III): Dient der Heranführung an den Arbeitsmarkt (z.B. durch Coaching, Profiling, kurze Workshops). Ziel ist die Aktivierung und Eingliederung, oft als Vorstufe zur Qualifizierung.
- Bildungsgutschein (§ 81 SGB III): Dient der beruflichen Weiterbildung (z.B. Umschulungen, zertifizierte Kurse). Ziel ist der Erwerb eines Berufsabschlusses oder die Anpassung an neue berufliche Anforderungen.
- Strategische Bedeutung: Der AVGS ist ein flexibler, wachsender Markt mit geringeren Einstiegshürden, während der Bildungsgutschein-Markt etabliert ist, aber höhere Investitionen und stärkere Konkurrenz aufweist.
- Empfehlung: Eine strategische Kombination beider Instrumente (z.B. AVGS als Akquise-Kanal für Bildungsgutschein-Maßnahmen) bietet die größten Synergie- und Wachstumspotenziale.
Inhaltsverzeichnis
- AVGS vs. Bildungsgutschein: Der direkte Vergleich
- Marktanalyse und Potenziale (2026)
- Vergütungsmodelle und Abrechnung
- Zertifizierungsanforderungen im Detail
- Strategische Positionierung für Bildungsträger
- Praktische Umsetzung: AVGS-Angebot aufbauen
- Marketing und Teilnehmergewinnung
- Qualitätsmanagement und KPIs
- Fazit: Strategische Entscheidungen für die Zukunft

1. AVGS vs. Bildungsgutschein: Der direkte Vergleich
Um die strategischen Unterschiede zu verstehen, ist ein direkter Vergleich der Kernmerkmale unerlässlich. Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Aspekte von AVGS und Bildungsgutschein gegenüber:
| Merkmal | Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) | Bildungsgutschein |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 45 SGB III | § 81 SGB III |
| Hauptziel | Heranführung an den Arbeitsmarkt, Beseitigung von Vermittlungshemmnissen, Stabilisierung einer Beschäftigung | Abwendung drohender Arbeitslosigkeit oder Beendigung von Arbeitslosigkeit durch berufliche Weiterbildung |
| Typische Maßnahmen | Individuelles Coaching, Bewerbungstraining, Profiling, kurze Workshops, Heranführung an eine selbständige Tätigkeit | Umschulungen, Teilqualifizierungen, zertifizierte Weiterbildungen, Erwerb von Berufsabschlüssen |
| Dauer | Wenige Wochen bis mehrere Monate (typ. 4-12 Wochen) | Mehrere Monate bis zu 3 Jahre |
| Zielgruppe | Arbeitsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen, Berufsrückkehrer, Hochschulabsolventen, Gründer | Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen, Beschäftigte mit Qualifizierungsbedarf (via Qualifizierungschancengesetz) |
| AZAV-Fachbereich | FB 1: Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung | FB 4: Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung |
2. Marktanalyse und Potenziale (2026)
Um eine fundierte strategische Entscheidung treffen zu können, ist ein Blick auf die aktuellen Marktdaten unerlässlich. Beide Förderinstrumente bewegen sich in einem Markt mit erheblichem Volumen, unterscheiden sich jedoch in ihrer Dynamik und Wettbewerbsintensität.

Der AVGS-Markt: Dynamisch und wachsend
Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (Bundestagsdrucksache 21/2734 vom November 2025) wurden in den Jahren 2015 bis 2024 jährlich zwischen 245.000 und 444.000 AVGS-Gutscheine ausgegeben [4]. Davon entfallen rund zwei Drittel auf den Bereich SGB II (Jobcenter) und ein Drittel auf SGB III (Agentur für Arbeit). Die tatsächlich eingelösten Gutscheine lagen zwischen 178.000 und 315.000 pro Jahr. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Marktvolumen und gleichzeitig das Potenzial, das in der Lücke zwischen ausgegebenen und eingelösten Gutscheinen liegt.
Die durchschnittlichen Ausgaben je Förderung unterscheiden sich deutlich nach Rechtskreis: Im SGB III lagen sie 2024 bei rund 961 Euro, im SGB II bei rund 2.357 Euro pro Teilnehmer [4]. Der AVGS-Markt ist besonders attraktiv für neue Bildungsträger, da die Einstiegshürden niedriger sind als im Bildungsgutschein-Bereich und die Nachfrage nach individuellen Coaching-Angeboten kontinuierlich steigt.
Der Bildungsgutschein-Markt: Etabliert und voluminös
Der Markt für geförderte berufliche Weiterbildung über den Bildungsgutschein ist einer der größten im deutschen Bildungssektor. Laut einer Bundestagsdrucksache vom Oktober 2025 gab es im Jahr 2024 rund 320.000 Eintritte in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung (FbW) – eine Steigerung von 7% gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie [6]. Die Umsätze pro Teilnehmer sind aufgrund der längeren Maßnahmedauer und der höheren Kurskosten deutlich höher als im AVGS-Bereich. Der Wettbewerb ist jedoch intensiv, und die Anforderungen an Infrastruktur, Personal und Curricula sind erheblich.
Markt-Insight: Das Qualifizierungschancengesetz als Wachstumstreiber
Mit dem Qualifizierungschancengesetz und dem Arbeit-von-morgen-Gesetz hat der Gesetzgeber den Zugang zur geförderten Weiterbildung auch für Beschäftigte deutlich erleichtert. Unternehmen können nun Zuschüsse zu den Weiterbildungskosten und zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn sie ihre Mitarbeiter qualifizieren. Für Bildungsträger eröffnet dies einen zusätzlichen, wachsenden Markt jenseits der klassischen Zielgruppe der Arbeitslosen.
3. Vergütungsmodelle und Abrechnung
Die Vergütungsstrukturen unterscheiden sich erheblich und haben direkten Einfluss auf die Geschäftsmodell-Planung und das unternehmerische Risiko.
| Aspekt | AVGS | Bildungsgutschein |
|---|---|---|
| Vergütungsbasis | Maßnahmekostenpauschale, oft auf Stundenbasis (z.B. für Coaching) | Lehrgangskosten, die pro Teilnehmer für die gesamte Maßnahme anfallen |
| Typische Höhe | Ca. 1.000 € – 3.000 € pro Teilnehmer; B-DKS für Einzelcoaching ca. 58 €/Stunde [4] | Ca. 5.000 € – 25.000 € pro Teilnehmer, je nach Dauer und Berufsfeld |
| Abrechnung | Monatliche Abrechnung oder nach Erreichen von Meilensteinen | Ratenzahlung über die Lehrgangsdauer (z.B. monatlich oder quartalsweise) |
| Erfolgsprämien | Möglich, insbesondere bei Vermittlung in Arbeit (AVGS-MPAV) | Nicht üblich; Fokus liegt auf dem Abschluss |
Praxis-Tipp: Der Bundes-Durchschnittskostensatz (B-DKS)
Für AVGS-Maßnahmen (Einzelcoaching nach § 45 SGB III) ist der Bundes-Durchschnittskostensatz (B-DKS) eine zentrale Größe. Er dient den Jobcentern und Arbeitsagenturen als Orientierung bei der Prüfung der Angemessenheit von Maßnahmekosten. Aktuell liegt dieser bei rund 58 Euro pro Maßnahmenstunde [4]. Auch wenn es keine gesetzliche Obergrenze gibt, müssen Träger ihre Kalkulation bei deutlicher Überschreitung sehr gut begründen können.
4. Zertifizierungsanforderungen im Detail
Die Zulassung als Träger und für Maßnahmen ist für beide Instrumente obligatorisch, die Anforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Fachbereich.
| Anforderung | AVGS (FB 1) | Bildungsgutschein (FB 4) |
|---|---|---|
| Trägerzulassung | Zulassung für den Fachbereich 1 (Aktivierung und berufliche Eingliederung) | Zulassung für den Fachbereich 4 (Förderung der beruflichen Weiterbildung) |
| Personalqualifikation | Qualifizierte Coaches mit Beratungskompetenz, oft mit pädagogischem/psychologischem Hintergrund und Berufserfahrung | Fachlich und pädagogisch geeignete Dozenten mit nachgewiesener Expertise im jeweiligen Berufsfeld |
| Konzept & Curriculum | Flexibles, modulares Coaching-Konzept, das individuell auf den Teilnehmer angepasst werden kann | Detailliertes Curriculum mit festen Lehrplänen, Lernzielen und Prüfungsordnung |
| Ausstattung | Professionelle Coaching-Räume, technische Ausstattung für Online-Coaching | Angemessene Unterrichtsräume, Werkstätten, Labore und technische Ausstattung gemäß den Anforderungen des Berufsfeldes |
5. Strategische Positionierung für Bildungsträger
Basierend auf den Unterschieden in Markt, Vergütung und Anforderungen ergeben sich drei strategische Grundoptionen für Bildungsträger. Die Wahl der richtigen Strategie hängt von der eigenen Unternehmensphase, den vorhandenen Ressourcen und den langfristigen Zielen ab.
Option 1: Der AVGS-Spezialist
Ein Fokus auf AVGS-Maßnahmen eignet sich besonders für neue oder kleinere Bildungsträger. Die Einstiegsinvestitionen sind geringer, der Markt wächst und die Flexibilität der Angebote ermöglicht einen schnellen Markteintritt. Als AVGS-Spezialist positioniert man sich als agiler Partner für die Aktivierung und individuelle Betreuung von Arbeitsuchenden. Die Herausforderung liegt in der Notwendigkeit, ein starkes Netzwerk zu Arbeitgebern aufzubauen und die teilweise erfolgsabhängige Vergütung im Geschäftsmodell abzubilden.
Option 2: Der Bildungsgutschein-Fokus
Etablierte Träger mit solider Kapitalausstattung und vorhandener Infrastruktur konzentrieren sich oft auf den Bildungsgutschein-Markt. Die hohen Umsätze pro Teilnehmer und die langfristige Planbarkeit von Kursen ermöglichen eine gute Skalierbarkeit. Der Wettbewerb ist jedoch intensiv und die Anforderungen an Qualität und Ausstattung sind hoch. Erfolg hat hier, wer sich durch eine klare Spezialisierung auf gefragte Berufsfelder und eine exzellente Vermittlungsquote vom Wettbewerb abhebt.
Option 3: Das Kombinationsmodell (Empfehlung)
Die strategisch klügste und nachhaltigste Option ist die intelligente Kombination beider Instrumente. Dieses Modell nutzt die Stärken beider Welten und schafft wertvolle Synergien:
- AVGS als Akquise-Kanal: Nutzen Sie AVGS-Coachings, um Teilnehmer frühzeitig zu binden, ihre Eignung zu prüfen und sie gezielt für Ihre eigenen Bildungsgutschein-Maßnahmen zu qualifizieren.
- Ganzheitliche Betreuung: Bieten Sie eine durchgehende Betreuungskette von der ersten Aktivierung (AVGS) über die fachliche Qualifizierung (Bildungsgutschein) bis zur erfolgreichen Vermittlung.
- Risikodiversifikation: Durch zwei unterschiedliche Einnahmequellen reduzieren Sie die Abhängigkeit von einem einzelnen Förderinstrument und können konjunkturelle Schwankungen besser ausgleichen.
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6. Praktische Umsetzung: Ein AVGS-Angebot systematisch aufbauen
Der Aufbau eines neuen AVGS-Angebots ist ein strategisches Projekt, das in klar definierte Phasen unterteilt werden sollte. Die folgende Checkliste dient als praxisorientierter Fahrplan.

Phase 1: Konzeption & Marktanalyse (Monat 1-2)
- Bedarfsanalyse: Führen Sie Gespräche mit der regionalen Agentur für Arbeit und den Jobcentern. Welche Zielgruppen haben den größten Bedarf?
- Konkurrenzanalyse: Welche Träger sind bereits im AVGS-Markt aktiv? Wo gibt es Nischen und Differenzierungspotenziale?
- Konzeptentwicklung: Entwickeln Sie ein modulares Coaching-Konzept, das auf die identifizierten Bedarfe zugeschnitten ist.
- Finanzplanung: Kalkulieren Sie die Kosten und potenziellen Einnahmen basierend auf dem B-DKS und realistischen Teilnehmerzahlen.
Phase 2: Zertifizierung & Aufbau (Monat 3-6)
- AZAV-Zertifizierung: Beantragen Sie die Träger- und Maßnahmenzulassung für den Fachbereich 1 bei einer Fachkundigen Stelle.
- Personalrekrutierung: Stellen Sie qualifizierte Coaches ein, die sowohl fachlich als auch menschlich überzeugen.
- Infrastruktur: Richten Sie professionelle Coaching-Räume ein und implementieren Sie die notwendige IT-Infrastruktur (CRM, Online-Coaching-Tools).
Phase 3: Markteinführung & Pilotierung (Monat 7-9)
- Marketingstart: Beginnen Sie mit der Vermarktung Ihres Angebots bei den Kostenträgern und potenziellen Teilnehmern.
- Netzwerkaufbau: Intensivieren Sie den Kontakt zu den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit und der Jobcenter.
- Pilotphase: Führen Sie die ersten Coachings durch, sammeln Sie Feedback und optimieren Sie Ihre Prozesse kontinuierlich.
7. Marketing und Teilnehmergewinnung
Die Marketingstrategien für AVGS und Bildungsgutschein müssen auf die jeweilige Zielgruppe und deren Suchintention zugeschnitten sein.
| Aspekt | AVGS-Marketing | Bildungsgutschein-Marketing |
|---|---|---|
| Marketing-Fokus | Vertrauensaufbau, niederschwellige Angebote, direkte Ansprache von Vermittlungsfachkräften | SEO, Content Marketing, klare Darstellung von Berufsperspektiven und Kursinhalten |
| Kanäle | Direkter Kontakt zu Jobcentern/Agentur für Arbeit, soziale Einrichtungen, lokale Medien, Social Media | Google (SEO & Ads), Kursportale (KURSNET), Fach-Blogs, eigene Website |
| Botschaft | „Kostenlose Unterstützung bei der Jobsuche“, „Zurück in den Beruf“, „Individuelles Coaching“ | „Umschulung zum [Beruf]“, „Zertifizierte Weiterbildung in [Bereich]“, „Starten Sie Ihre neue Karriere“ |
| Content-Formate | Erfolgsgeschichten, Bewerbungstipps, Webinare zur Jobsuche, motivierende Social-Media-Posts | Detaillierte Kurs-Landingpages, Ratgeber-Artikel („Berufswechsel mit 40“), Vergleichsseiten, Berufsbilder |
8. Qualitätsmanagement und KPIs
Ein systematisches Qualitätsmanagement, gestützt auf relevante Key Performance Indicators (KPIs), ist für den nachhaltigen Erfolg und die kontinuierliche Verbesserung unerlässlich.
Wichtige KPIs im Überblick
Während für AVGS-Maßnahmen vor allem die Vermittlungsquote in Arbeit und die Nachhaltigkeit der Beschäftigung zählen, stehen bei Bildungsgutschein-Maßnahmen die Bestehensquote der Abschlussprüfung und die Eingliederungsquote in den ersten Arbeitsmarkt im Vordergrund. Für beide Instrumente sind zudem die Teilnehmerzufriedenheit und die Abbruchquote zentrale Indikatoren für die Qualität der Betreuung und des Unterrichts.
9. Fazit: Strategische Entscheidungen für die Zukunft
Die Entscheidung zwischen einer Spezialisierung auf AVGS, Bildungsgutschein oder einem Kombinationsmodell ist eine der weitreichendsten strategischen Weichenstellungen für einen AZAV-Bildungsträger. Während der Bildungsgutschein-Markt etabliert, aber umkämpft ist, bietet der AVGS-Markt dynamische Wachstumschancen bei geringeren Einstiegshürden. Die größten Potenziale liegen jedoch in der intelligenten Verknüpfung beider Instrumente. Ein Bildungsträger, der es versteht, Teilnehmer durch niedrigschwelliges AVGS-Coaching zu gewinnen und sie gezielt in hochwertige, abschlussorientierte Bildungsgutschein-Maßnahmen zu überführen, schafft ein robustes, skalierbares und zukunftssicheres Geschäftsmodell.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer klaren strategischen Positionierung, einem tiefen Verständnis der jeweiligen Zielgruppen und einer kompromisslosen Ausrichtung auf Qualität und Teilnehmererfolg. Unabhängig vom gewählten Weg sind eine kontinuierliche Marktanalyse, die Pflege eines starken Netzwerks zu den Kostenträgern und die Bereitschaft zur Innovation entscheidende Erfolgsfaktoren.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Hauptunterschied zwischen AVGS und Bildungsgutschein?
Der Hauptunterschied liegt im Ziel: Der AVGS (§ 45 SGB III) dient der Heranführung an den Arbeitsmarkt durch Coaching und Aktivierung. Der Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) dient der konkreten beruflichen Weiterbildung, um einen Berufsabschluss zu erwerben oder die Beschäftigungsfähigkeit zu sichern.
Kann ich als Bildungsträger beide Förderungen anbieten?
Ja, das ist sogar strategisch empfehlenswert. Sie benötigen dafür eine Trägerzulassung nach AZAV sowie die jeweiligen Maßnahmenzulassungen für die Fachbereiche 1 (für AVGS) und 4 (für Bildungsgutschein).
Lohnt sich der Einstieg in den AVGS-Markt für neue Bildungsträger?
Ja, der AVGS-Markt eignet sich gut für den Einstieg, da die Investitionskosten geringer und die Angebote flexibler sind als im Bildungsgutschein-Bereich. Er bietet eine gute Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und ein Netzwerk aufzubauen.
Wie hoch ist die Vergütung bei AVGS-Maßnahmen?
Die Vergütung variiert, orientiert sich aber oft am Bundes-Durchschnittskostensatz (B-DKS) für Einzelcoaching, der bei ca. 58 Euro pro Stunde liegt. Die Gesamtkosten pro Teilnehmer liegen typischerweise zwischen 1.000 und 3.000 Euro.
Quellen und weiterführende Links
- Bundesagentur für Arbeit: Informationen zum AVGS
- § 45 SGB III: Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
- § 81 SGB III: Grundsatz der Förderung der beruflichen Weiterbildung
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2734 (11.11.2025): Antwort auf die Kleine Anfrage betreffend Betrugsverdachtsfälle
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit: Daten zur Arbeitsförderung
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/2498 (30.10.2025): Antwort auf die Kleine Anfrage betreffend Arbeitsmarktpolitische Instrumente
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Über den Autor
Dennis Kraft
Herausgeber & Unternehmer
Dennis Kraft ist Unternehmer an der Schnittstelle von geförderter Weiterbildung und unternehmerischer Praxis. Als Gründer und Geschäftsführer der Strategy Core Ventures GmbH begleitet er Bildungsträger beim Aufbau planbarer Teilnehmerstrukturen, klarer Prozesse und unternehmerischer Steuerbarkeit. Er ist Herausgeber von AZAV-Wissen.de – eines der reichweitenstärksten unabhängigen Fachportale für AZAV-Bildungsträger im deutschsprachigen Raum.
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